Lebensbereichernde Erziehung

Marshall B. Rosenberg, Erziehung, die das Leben bereichert, Gewaltfreie Kommunikation im Schulalltag, übersetzt von Theo Kierdorf, Junfermann Verlag 2004

Lesetipp… im amerikanischen Original ist es noch viel besser… In der Schrift von Marshall Rosenberg wird schnell klar, warum Schüler oft so desinteressiert sind. Sie haben in der Schule keinen Kontakt mehr zu ihren Bedürfnissen.

 

 

 

 

 

 

 

 

Schulen als Lernorte der Demokratie nach dem
Schulgesetz Paragraph 1

Schulen haben in Deutschland den klaren Auftrag zur politischen und gesellschaftlichen Bildung. Sie
sind staatlich eingerichtete Orte, an denen junge Menschen Demokratiemündigkeit und Grundwerte
lernen sollen. Angesichts der multikulturellen Vielfalt und der gesamtpolitischen Weltlage gewinnen
solche gesellschaftspolitischen Lernfelder eine ganz neue Bedeutung.

Angesichts des gegenwärtigen Szenarios an postfaktischen Verwässerungen und des erkennbar
nationalistisch geprägten Wandels in den asiatischen, amerikanischen und europäischen Kulturen
lohnt sich ein Blick in das Schulgesetzt Baden-Württembergs (Stand 26.2.2016). Dort steht in
Paragraph 1 geschrieben, dass sich der „Erziehungs- und Bildungsauftrag“ über die „Vermittlung von
Wissen, Fähigkeiten und Fertigkeiten“ der Schule weit hinausgeht. Im zweiten Spiegelabsatz wird die
die „Erziehung“ zur „Anerkennung der Wert- und Ordnungsvorstellungen der freiheitlichdemokratischen
Grundordnung“ genannt. Sie ist das Grundfundament der Schule. Im dritten wird
Erziehung als „Vorbereitung zur „Wahrnehmung „der „verfassungsmäßigen staatsbürgerlichen rechte
und Pflichten“ festgeschrieben. Im ersten Spiegelstrich wird das sogar mit der personalen
Entwicklung in Bezug zur christlichen Gottesvorstellung und zum Geiste der christlichen
Nächstenliebe in Bezug gesetzt.

Damit sind Schulen eben nicht nur zu Häusern des Wissens, sondern vor allem auch Häuser der
Demokratie. Hier an diesen Orten der Gesellschaft können und sollen junge Menschen die
Grundwerteordnung unserer Gesellschaft lernen. Die Demokratiefähigkeit steht am Ende der
Schulpflicht. Es geht nach dem Paragraph 1 insbesondere darum, „die dazu notwendige Urteilensund
Entscheidungsfähigkeit“ zu vermitteln. Damit ist sicher mehr gemeint als alle vier oder 5 Jahre
den ungeliebten Gang zur Wahlurne anzutreten. Es geht im Wesen insbesondere darum, auch ein
Urteil für die Wahloptionen reflexiv und kognitiv zu treffen.

Gerade in Zeiten des politischen Paradigmenwandels und der Infragestellung sowie der erkennbaren
Destabilisierung der bewährten freiheitlich-demokratischen Grundordnung solche Zeichen der
Erfüllung des Politischen Erziehungsauftrages notwendig. Das geplante Projekt will hier ein deutlich
erkennbares Zeichen setzen: eben dass Schulen, auch eine kaufmännische über den ökonomischen
Bildungsauftrag auch den politischen Erziehungsbeitrag erfüllt und obendrein damit das Engagement
der Schüler entsprechend würdigt und wertschätzt.

Patrik Schneider, Achern, 8. März 2017