Acher-Renchener-Zeitung (ARZ) vom 17.3.2018 von Regina de Rossi

Bericht zur 2. Veranstaltung der SPD Achern im Rahmen der Veranstaltungsreihe: Zur Zukunft unserer Arbeit 2018

„Mit dem Thema »Fairer Umgang am Arbeitsplatz« setzte die SPD Achern die Reihe »Zukunft unserer Arbeit« fort. In der Gaststätte Zur Hoffnung hatten sich neben eigenen Mitgliedern zahlreiche Interessenten aus den unterschiedlichsten Arbeitsbereichen eingefunden.

Patrik Schneider, ausgebildeter Mediator, konnte den  Konstanzer Fachanwalt für Arbeitsrecht, Michael Wirlitsch,  für diese Veranstaltung gewinnen. Michael Wirlitsch erläuterte das Thema aus juristischer Sicht. Fairer Umgang am Arbeitsplatz bedürfe daher der Einhaltung zwingender Gesetze als Grundvoraussetzung.

Vertrauensvolle Zusammenarbeit sei im Paragraph   2, Absatz 1, des Betriebsverfassungsgesetzes definiert. Anständiger Umgang untereinander, persönliche Wertschätzung und Sensibilisierung des Führungspersonals sei unabdingbar. Ein Betriebsrat sei eine gute Möglichkeit, auf Grundlagen des Arbeitsrechtes aufzubauen. Dabei sei ein Betriebsrat nicht ausschließlich Vertreter von Arbeitsnehmerinteressen. Es gehe immer um das Wohl des ­Arbeitnehmers und des Betriebes.

Fairer Umgang

»In Konzernen gehören sie zwischenzeitlich zum guten Ton«, so Patrik Schneider, »die Compliance,  Vereinbarungen, die den Willen zum fairen Umgang am Arbeitsplatz als Bestandteil der Unternehmenskultur nach innen und außen dokumentieren«.

Eine Vorstellungsrunde machte deutlich, wie es in Wirklichkeit in vielen Arbeitsbereichen aussieht. Man unterschreibe diese Vereinbarungen bei Betriebsantritt, doch fehle allein ein Konfliktbewusstsein in manchen Betrieben. Schnell steht zudem das Thema Mobbing im Raum und dies seitens der Arbeitnehmer und der Arbeitgeber. »Ellenbogendenken und Mobbing sind nach wie vor ein ernstzunehmendes Problem, das ungelöst – neben der Gesundheit der Arbeitnehmer – auch Milliardenverluste als Löcher betriebswirtschaftlich in den Bilanzen erzeugen und unnötig verschlingen«, so der erfahrene Wirtschaftsmediator.

Auch volkswirtschaftlich treffe es die Gesellschaft, wenn Menschen durch Erkrankungen die Sozialkassen belasten. Männer, so erfährt man,  mobben laut Umfrage deutlich mehr als Frauen. Diese würden einfach mehr reden und im Reden loslassen, erörtern und somit vieles lösen. Gesprächsbereitschaft, Wertschätzung des Einzelnen, Konflikte rechtzeitig erkennen, das sind Lösungsansätze aus der Wirtschaftspsychologie. Auch in den Schulen.

Mediation in der Schule

Hier berichtete die Jugendgemeinderätin Ines Nüssel von Möglichkeiten der Mediation in den Schulen, der Vertrauenspersonen und Begleiter in älteren Schülern etwa. In der Wirtschaft wurde eine Stufenkonfliktberatung erstellt, spezielle Konfliktberatungen am Telefon angeboten, doch wird im regen Austausch der Anwesenden klar, letztendlich liegt es an der Führungskraft, Konflikten entgegen zu steuern und durch Wertschätzung jedes einzelnen Mitarbeiters Vertrauen zu schaffen.

Die Reihe »Zukunft unserer Arbeit« wird am 12. April mit dem Thema »Frau und Arbeit« im Festsaal der Illenau fortgesetzt. Dazu ist die SPD-Vorsitzende Baden-Wüttembergs Leni Breymeier eingeladen.“