Alternativer Masterplan für die Stadt Achern

Acher-Rench-Zeitung (ARZ) vom 21.10.2019
Die Acherner SPD kritisiert den am 15. Oktober im Bürgersaal vorgestellten Masterplan. Die Stadt brauche neue Parameter und einen alternativen Masterplan.

Der SPD-Ortsverein Achern sei mit dem Slogan „Achern for Future“ in den Kommunalwahlkampf gezogen. „Der Masterplan für die Innenstadt entspricht nicht der Zukunft. Und Stadtplanung braucht Parameter aus der Zukunft – und nicht welche aus der Vergangenheit“, betont die SPD in einer Pressemitteilung.  „Wir sind der Meinung, dass eine Stadtplanung für die kommenden Jahrzehnte nicht ohne die sich abzeichnenden Digitalisierung und Umweltverankerung von statten gehen kann“, so die SPD.

 
So bediene sich „Achern aktiv“ alter Parameter, da der  Gewerbeverein weiter Parkplätze für Autos fordert. Es werde sogar mit einer Zunahme des Autoverkehrs gerechnet. Und in einem Brief an Gemeinderäte werde angeführt, dass Autofahrer fast doppelt soviel ausgeben wie Fahrradfahrer und Fußgänger.

Der gedankliche Fehlschluss bestehe hierbei aber in der Annahme, dass dies so bleibe und noch in zehn Jahren Gültigkeit haben werde. „Städte wie Stuttgart und Karlsruhe gehen in ihren Planungen von autofreien Innenstädten als Zukunftsmodell aus. Achern nicht“, so die SPD. 

Für die Planung einer Zukunft sei aber unter anderem damit zu rechnen, dass der Internethandel weiter wachsen wird: Das Kaufverhalten werde sich in der jungen Generation verschieben.

Weg vom Leitblld Auto

Der Klimawandel werde ein etabliertes Leitbild künftiger Politik. Anzunehmen sei, dass Mobilität sich vom Leitbild Auto entferne. „Andere Formen der Mobilität wie Fahrrad, Bus und Bahn oder Seilbahnen werden öffentlich gestärkt und gewinnen viele neue Anhänger in allen demokratischen Wählerschichten“, so die SPD Achern.

Im Verkehr rücke der Mensch in den Mittelpunkt. Er habe Vorfahrt – nicht mehr das Auto. Letztlich gehe es bei einer öffentlichen Neuplanung mit Steuergeldern um das Gemeinwohl und weniger um die Interessen einer Gruppe von Händlern.

„Neue Parameter braucht die Stadt und damit einen alternativen Masterplan“, betont der SPD-Ortsverein. Deshalb schlagen die Sozialdemokraten vor, mit neuen Parametern die Planung zu vermessen. Als Parameter nennt die SPD den Klimawandel, den Mensch im Mittelpunkt und als Hilfsmittel zur Umsetzung, die Chancen der Digitalisierung zu nutzen. „Dazu holen wir uns Experten aus Städten, die das schon bewältigt haben, zum Beispiel aus dem holländischen Dünkirchen“, heißt es weiter in der SPD-Erklärung. 

Den Fußgängern und Fahrradfahrern solle Vorfahrt gegeben werden, das heißt Ausbau von breiten Fahrradwegen in und durch die Hauptstraße und Fautenbacher Straße. Das senke nicht nur den CO2-Gehalt und den Feinstaub in der Stadt, sondern mache diese als Bummelort attraktiv. 

Neuer Nahverkehr 

Die SPD fordert den Bau eines Fahrradparkhauses etwa am Adlerplatz. Gäste aus den umliegenden Ortschaften beziehungsweise dem Elsass sollen die Stadt mit kostenlos öffentlichem Nahverkehr von großen Parkplätzen am Rande der Stadt oder vom Bahnhof erreichen. Das erfordere eine Neuorganisation des Nahverkehrs – mit den Mitteln der Digitalisierung und E-Mobilität.