Kommentare

Achern, 7.2.2018
Leserbrief zur lokalen Berichterstattung über die Initiative der Dauercamper in Achern

Leider kommt in dem Bericht – wie zuvor schon in anderen Berichten auch – der Eindruck auf, als habe der Gemeinderat sich insgesamt gegen den Campingplatz verschworen. Nein, dem ist nicht so! Wir als SPD Stadträte haben uns ganz klar – auch bei der Abstimmung – gegen den Verkauf positioniert. Und dazu stehen wir! Auch öffentlich! Auch wenn wir eine Minderheit im Gemeinderat bleiben!

Von daher wäre die differenzierende Rede von: der Mehrheit im Gemeinderat, wünschenswert. Die hat für den Verkauf entschieden, aber eben nicht alle!

Nur anschließen können wir uns mit der Verwunderung über das gewählte Motto zum Schmutzigen Donnerstag. Hier ist der Bezug zum Humor nicht erkennbar. Klingt eher wie eine Erfolgsmeldung. Schade, wenn auf Kosten der Dauercamper die Narren lachen. Muss nicht sein! Da fehlt ein Gespür für eine Gruppe von Bürgern, denen es am See in ihren Parzellen dieses Jahr wohl die Lust am närrischen gründlich verhagelt hat.

Achern, 5.2.2018,
Leserbrief zu: „Ganz VW wird Autonom“ in AUTO-TEST, Axel-Springer Verlag, Nr. 2 / Februar 2018, S. 44

Gruseliger Gedanke, dass VWs autonom in Zukunft werden könnten. Klar: in dem Artikel wurde das inflationäre Schlagwort vom autonomen Fahren aufgegriffen und zugespitzt. Passiert ja gerade öfters im Mainstream. Überall wird von der Autonomie von Autos geträumt. Schaut man mal genauer hin, dann fällt an dieser Sprachmetapher jedoch folgendes auf. Autonomie, ein Wort aus dem Griechischen, bedeutet ursprünglich: „ein sich selbst gebendes Gesetz“. Mit diesem Begriff und seiner Interpretation wurde seit der europäischen Aufklärung die menschliche Würde und die Achtung vor dem Leben begründet. Ablesbar zum Beispiel in den Freiheitsrechten unsres Grundgesetz. Der Kern in einer knappen Formel: Menschen haben Freiheit und deshalb eine unantastbare Würde. Sie können sich mit dem Licht ihrer Vernunft selbstbestimmen – soweit der Geist der Moderne, mit dem wir bislang gut gefahren sind. Das macht den Menschen aus.

Maschinelle und virtuelle Systeme hingegen reagieren hoffentlich lediglich nur nach streng deterministischen Algorithmen, die von autonom denkenden Menschen nach Vorgaben von Recht und Grundordnung eingegeben wurden – und arbeiten diese ab. Der Vorteil liegt in der Geschwindigkeit von solchen Operationen, aber mitnichten darin, dass Autos beginnen, tatsächlich autonom, also selbstbestimmt, zu handeln. Horror: Man stelle sich vor, dass Autos sich selbst bestimmen: also so wie etwa der berühmte Herbie, der tolle Käfer, der sich blinzelnd in andre Autos verlieben und so herrlich mit seinen Blinkern und Scheinwerfern flirten konnte. Fiktion und Romantik der späten 60er und frühen 70er Jahre! Aber man stelle sich in 20 Jahren folgende herbe Szenarium vor: ein Rentner, der sich von seinem autonomen Auto zum Discounter fahren lässt, stockt mitten in einhem Kreisverkehr, weil sein Fahrzeug sich gerade unsterblich in das autonome Auto nebenan verliebt, deshalb stehen bleibt und zu blinzeln und flirten beginnt – also autonom handelt. Ist das nun kleinkariert? Ich meine nicht. Die ganze Debatte um die Digitalisierung wird derzeit verbal herbeischöngeredet durch die Verherrlichung der Vorstellung, dass Autos irgendwann auf Augenhöhe mit dem Menschen stehen. Der Herbie von nebenan. Ein Urtraum der Menschheit! Die Würde des Menschen verwischt dabei.

Zudem fällt an der Artikelüberschrift weiterhin folgendes auf: Autonom wird großgeschrieben. Das geht im Deutschen bekanntlich bei Adjektiven bekanntlich nur dann, wenn sie einen Eigennamen bezeichnen. Schwierig wäre es, wenn VW nun noch den menschenrechtsrelevanten Gehalt des Begriffs Autonomie für ihre Marke zu verzwecken begönnte und damit Kunden zu binden. VW ist eine Marke. VW kann wie alle anderen Organisationen nie autonom werden. Richtig ist, dass über das Image von Marken autonome Menschen in Vorständen und Management entscheiden und diese Entscheidungen dann in Strategien und Organisationsstrukturen umsetzen. Da haben sie bei VW mit Dieselgate und Affenversuchen allerdings bewiesen, dass ihnen ein glückliches Händchen nicht immer hold war. Die jüngste Geschichte des Konzerns zeigt, dass Autonomie von Menschen Gefahr laufen kann, die völlig falschen Entscheidungen zu treffen. Deshalb braucht es mehr öffentliche Kontrolle, mehr Verbraucherschutz und Transparenz. Ein autonomer VW Konzern wäre ein Horrorkonstrukt – trotz SPD Ministerpräsident im Aufsichtsrat – denn diese Marke läuft Gefahr, seine Ziele zu eng an der Gewinnmaximierung und Marge der Aktionäre auszurichten.

28. Januar 2018,
Guller, Sonntagsausgabe des Stadtanzeigers in der Ortenau: Ihr Begleiter durch die Woche

Drängeln. pöbeln, rasen – das sind dominierenden Themen beim deutschen Verkehrsgerichtstag, der derzeit in Goslar tagt. Auf deutschen Straßen nimmt diese Unkultur offenbar zu. Die zunehmenden Staus verführen Menschen zum Drängeln, Rasen und Pöbeln. Natürlich kenne ich solche Situationen. Da ist ein wichtiger Termin in Freiburg und wieder liegen quälende Autobahnbaustellen vor mir. Und der Nächste im anderen Auto droht zum Konkurrenten um verbleibende Minuten und Meter zu werden. Nix, aber auch gar nix mehr geht voran. Nervosität und Blutdruck steigen in den oberen Drehzahlbereich. Und dann hupt hinter mir doch noch einer, dem es offenbar zu langsam geht! So ein…! Dachlattenfeeling macht sich breit. Spätestens jetzt greife ich zur Giraffe in meinem Handschuhfach und lege sie auf mein Amaturenbrett!

Die Giraffe ist das zentrale Symbol der Gewaltfreien Kommunikation. Sie steht für eine lebensbereichernde Herzenssprache. Der Begründer der Gewaltfreien Kommunikation, der Psychologe Marshall Rosenberg, verdeutlichte in der Bildungsarbeit mit diesem Symbol, worauf es bei einer gelungenen Kommunikation geht: Einfühlen und Kontakt mit sich selbst finden. Den Wolf nutzte er hingegen als Symbol für eine Sprache des Pöbelns und des Gaffens.

Wenn die Giraffe auf meinem Amaturenbrett dann zu tanzen beginnt, kann ich dem Hintermann irgendwann gelassen zuwinken: Groooooosses Herz und laaaaanger Hals. Das schafft Weitblick. Ich spüre, dass ich mich im Stau über meine eigene Ungeduld ärgere… deshalb bin ich auf den Hintermann wütend. Der ist wohl genauso genervt wie ich. Der Giraffentanz befreit mich. Der Hintermann wird für mich zum Mitmenschen: biblisch zum Ebenbild Gottes… und so winke ihm gelassen zu, als er Gas gibt und an mir vorüberzieht! Gute Fahrt wünsche ich ihm aus ganzem Herzen.

Kommen auch Sie gut ans Ziel – das wünsche ich Ihnen diese Woche.

 

21. Achern, Januar 2018

Sonntag aktuell, die Sonntagsausgabe der BNN für Achern und Bühl eingestellt

Schade, dass der „Sonntag aktuell“ nicht mehr den bunten sonntäglichen Frühstückstisch ziert. Andere Zeitungsverlage optimieren ihr Sonntagszeitungsangebot. Das Einzugsgebiet des Acher- und Bühler Boten hingegen wird stattdessen einfach abgehängt. Nun: man könnte sich ja für die Redakteure freuen, wenn sie samstags frei hätten und nicht mehr für das Sonntagsfreizeitvergnügen ihrer Leser recherchieren und texten müssten! Aber dem scheint mitnichten so.Denn im restlichen Verbreitungsgebiet der BNN gibt es wohl offensichtlich weiter die sonntägliche Ausgabe.
Wurden wir von der BNN Zentrale als bildungsmuffelig oder lesefaul eingestuft? Gelten wir Acherner und Bühler als Leser zweiter Klasse? Eingestuft als Landeier, die die Region um Karlsruhe kein oder zu wenig Interesse entgegenbringen? Oder sind die Anzeigeneinnahmen aus dem Einzugsgebiet des ABB für die Sonntagsausgabe zu gering? Phantasien und Fragen, die einem so kommen angesichts des leeren Briefkastens am Sonntagmorgen. Leichte Melancholie. Ist ehrlich schade – denn gerade die Nordausrichtung auf den Leuchtturm der Region Karlsruhe macht zum Beispiel für mich den ABB lesenswert.

 


 

Meinungen als Stadtrat, Christ und Bürger – Stand: 8/2017

25.8.2017
Leserbrief: Der Mensch im Mittelpunkt der Mobilität (veröffentlicht im ABB)
zum Text

14.7.2017
Gaffer – Der alltägliche Autokrieg aller gegen alle (veröffentlicht im ABB)
zum Text 

Mai 2017
Frieden als Auftrag
Impuls zum Bezirkstreffen der KAB Ortenau

Predigt in der Kleinen Kirche Karlsruhe zum 
1. Mai 2017

07.3.2017
Stellungsnahme zu Berichterstattung über geplante Verpachtung des Acherner Campingplatzes
(Link zum Artikel in der ARZ-online)

24.2.2017
Pflegeheime sind Paläste der Hoffnung und keine Scheunen der Hoffnungslosigkeit (erschienen im ABB am 25.2.2017)
zum Text: Aufgespürt

25.11.2015
Leserbrief im ABB zu 
Weihnachtsmarkt: Flüchtlinge und der Budenzauber
zum Text: Budenzauber

26.10.2015: Die SPD-Achern initiiert erfolgreich eine Resolution des Gemeinderates Achern gegen Fremdenhass
Link zum Artikel aus der Acher Renchen Zeitung (ARZ) vom 28.10.15

05/ 2015: SPD Ortsverein solidarisiert sich mit den Forderungen der Pfleger und Erzieher
veröffentlicht im ABB und ARZ am 16.5.2015

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03/ 2015: City-Kart Rennen in Achern – ein NoGo
… Die sozialethische Klugheit spricht gegen dieses Event, so Dr. Patrik Schneider.
veröffentlicht im ABB und ARZ am 14.3.2015
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03/ 2015: Freier Sonntag
Der Tübinger Oberbürgermeister, will das Sonntagsverkaufsverbot weiter lockern. Dazu äußert sich die der Vorstand der Katholischen Arbeitnehmer-Bewegung (KAB) der  Erzdiözese Freiburg wie in der Presseerklärung folgt: 
„Sonntagsflatrate“  – die KAB widerspricht!
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03/ 2015: Zur Einführung der Gemeinschaftsschule
Ausdrücklich wird die Einführung der Gemeinschaftsschule von Dr. Patrik Schneider begrüßt. Sie trägt zu mehr Bildungsgerechtigkeit bei.
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12/ 2014: Verschwörungstheorie
Leserbrief zu einem Bericht über Vorwürfe des Vereins Geraubte Kinder e.V., Freiburg
veröffentlicht am 13.12.2014 in der ARZ und dem ABB.
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12/ 2014: Mindestlohn
Leserbrief vom 6.12.2014.
Nun jammert die Taxibranche aber ganz schön, wie am Samstag im Lokalteil zu lesen war. Sie befürchtet durch die neue Gesetzgebung offenbar sogar vermehrt Sozialbetrug und Schwarzarbeit…
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